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Olga ergriff ein Tamburin, das neben der T�r gehangen hatte,
und schlug es rhythmisch gegen ihre Hand. Das Instrument hatte
einen hellen, klimperartigen Klang, aus dem Piper jedoch sofort
schloss, dass die Frau nichts weiter als eine Schwindlerin war.
Sie befanden sich offenbar doch in einer v�llig magiefreien
Zone, was Piper nur Recht sein konnte. Au�erdem wirkte Jenny
furchtbar aufgeregt. Der Besuch bei Olga w�rde zumindest recht
unterhaltsam sein.
�Okay�, sagte Piper. �Geh hin.�
�Danke!� Jenny rannte zu Olga. �Darf ich in den Wagen
gucken?�
�Ah, dir gef�llt mein Vardo?�, fragte Olga. �So nennen wir
Zigeuner unsere H�user auf R�dern.� Sie musterte Jenny
eingehend. �Es erfordert viel Vertrauen, wenn eine Zigeunerin
einen Gaujo in ihren Vardo einladen soll. In einem Vardo sind
die Geister stets zugegen, und wir st�ren sie nur ungern. Aber, ja
& ich glaube, du und deine Freundin seid willkommen.�
�Cool!� Jenny drehte sich zu Piper um. �Komm schon!�
Ich frage mich, was mich das kosten wird, dachte Piper. Je
ausf�hrlicher das ganze Theater, so �berlegte sie, desto h�her
das Honorar.
Trotzdem folgte Piper Jenny und Olga in den Vardo. Selbst
in dem vorherrschenden tr�ben Licht erkannte sie, dass der
Wagen von innen ebenso bunt war wie von au�en. Ein scharfer
Geruch hing in der Luft, und Piper vermutete, dass Olga bei der
Herstellung des Liebeszaubers f�r Miranda Weihrauch
verbrannt hatte.
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Auf einem altmodischen Ofen im vorderen Teil des Wagens
stand ein riesiger Kessel. Der hintere Teil, in dem sich
vermutlich die Schlafst�tten befanden, war mit einem Vorhang
abgetrennt. Ansonsten war der Vardo vollgestopft mit allerlei
magischen Gegenst�nden, T�pfen, Pfannen, Geschirr und
Kleidungsst�cken. Kr�uterb�ndel hingen zum Trocknen an den
Fenstern, und Gl�ser mit diversen dickfl�ssigen Mixturen f�llten
mehrere Regale. S�mtliche Fl�chen waren mit einer dicken
Staubschicht �berzogen, und ein merkw�rdiger Rauch hing in
der Luft.
In der Mitte des Raumes stand ein kleiner, mit einem
schwarzen Samttuch bedeckter Tisch, auf dem sich eine
Kristallkugel befand. Muscheln, gef�llt mit Kr�utern und
Bl�ten, waren rund um die Kristallkugel herum angeordnet.
Piper nahm an, dass sie von der letzten Sitzung �brig geblieben
waren. Au�erdem entdeckte sie noch mehrere abgenutzte
Kartenspiele auf einem Stuhl neben dem Tisch.
�Schmeichle meiner Hand mit Silber, dann werde ich dir
deine Zukunft weissagen�, sagte Olga zu Jenny, ehe sie dem
M�dchen bedeutete, auf einem Stuhl am Tisch Platz zu nehmen.
�Oh, �h, wie viel Silber?�, fragte Jenny verunsichert,
w�hrend sie in ihrer G�rteltasche herumw�hlte.
�Ich bezahle�, sagte Piper. �Also, wie viel kostet einmal
Kartenlegen?�
Olgas Augen verengten sich, als sie Pipers Gesicht studierte.
Offenbar versuchte sie herauszufinden, wie viel sie verlangen
konnte. Hoffentlich sehe ich nicht aus, als w�re ich reich.
�Der Grundpreis betr�gt f�nf Dollar�, sagte Olga
achselzuckend. �Bei Bedarf biete ich auch tiefergehende
Sitzungen an.�
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Piper reichte Olga einen brandneuen F�nf-Dollar-Schein.
Olga nahm ihn ihr nicht gleich aus der Hand. Stattdessen
standen sie und Piper f�r einen Augenblick Hand in Hand da,
die Banknote zwischen den Handfl�chen eingeklemmt. Olgas
Blick bohrte sich in Pipers Augen, und Piper fing an, sich unter
dem forschenden Blick ziemlich unbehaglich zu f�hlen. Gleich
darauf lie� Olga ihre Hand los, l�chelte und steckte den
Geldschein in ihre Rocktasche.
Unheimlich, dachte Piper. Dann zw�ngte sie sich hinter
Jennys Stuhl, w�hrend Olga ihren Platz auf der
gegen�berliegenden Seite des Tisches einnahm.
Olga ergriff Jennys Hand und studierte sie eine Weile, ehe sie
Jenny in die Augen blickte. �Ah, nun sehe ich etwas, ja. Du
h�ttest gern ein paar Antworten.� Sie l�chelte, und ihre ledrige
Haut verzog sich zu einem Netzwerk unz�hliger Falten und
F�ltchen. �Soll ich dir vielleicht etwas �ber deinen Freund
erz�hlen?�, zog Olga das M�dchen auf. �Ich habe keinen
Freund�, erwiderte Jenny kichernd.
�Das wei� ich�, schwenkte sie sofort um. �Ich wollte dich
nur ein wenig auf den Arm nehmen.�
Piper musste ein Lachen unterdr�cken. Und wie du das
gewusst hast, dachte sie. So wie ich die B�rsenkurse von [ Pobierz całość w formacie PDF ]
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